Station 9: Auferstehung


Bibeltext: Matthäus 28,1-10

Der Sabbat war vorüber. Da kamen ganz früh am ersten Wochentag Maria Magdalena und die andere Maria. Sie wollten nach dem Grab sehen. Plötzlich gab es ein heftiges Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab. Er ging zum Grab, rollte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachen zitterten vor Angst und fielen wie tot zu Boden. Der Engel sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß: Ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. Jesus ist nicht hier. Gott hat ihn von den Toten auferweckt, wie er es vorausgesagt hat. Kommt her und seht: Hier ist die Stelle, wo er gelegen hat. Jetzt geht schnell zu seinen Jüngern! Sagt ihnen: ,Jesus wurde von den Toten auferweckt.‘ Er geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen. Auf diese Botschaft könnt ihr euch verlassen.“ Die Frauen waren erschrocken und doch voller Freude. Schnell liefen sie vom Grab weg, um den Jüngern alles zu berichten. Da kam ihnen Jesus selbst entgegen und sagte: „Seid gegrüßt!“ Sie gingen zu ihm, berührten seine Füße und warfen sich vor ihm zu Boden. Da sagte Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen. Dort werden sie mich sehen.“


Bemerkungen:

Schon wieder ein Erdbeben und was für eines. Eines, das den Lauf dieser Welt völlig verändert hat. Doch zunächst war es „nur“ örtlich zu spüren und zu sehen, denn nur eine einzige Steinplatte vor dem Grab Jesu wurde weggerollt. Die Erscheinung vom Engel des Herrn hat es ausgelöst. Die extra abgestellten römischen Wachen am Grab sind wie vom Blitz getroffen zu Boden gegangen. Den beiden Frauen, die eben zum Grab gekommen waren, versucht der Engel die Angst zu nehmen, indem er ihnen sagt: Fürchtet euch nicht. Jesus ist nicht hier! Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Kommt her ins Grab und schaut selbst. Das Grab ist leer. Wie können die beiden Frauen die geballte Kraft dieser Worte verstehen? Doch damit nicht genug, denn es bleibt ihnen keine Zeit zum Verkraften oder Verarbeiten, weil der Engel dann auch noch einen Auftrag erteilt: Geht schnell zu seinen Jüngern und berichtet. Sie rennen dem auferstandenen Jesus förmlich in die Arme, aber sie können nicht anders, als sich vor ihm auf den Boden zu werfen und seine Füße zu umarmen. Jesu Botschaft lautet ebenso: Fürchtet euch nicht! Geht und erzählt es meinen Jüngern. Damit zieht das Auferstehungserdbeben seine ersten Kreise. Zuerst noch ganz klein, doch dann immer weiter. Bis heute können und dürfen wir dieses Auferstehungsbeben spüren: Jesus lebt! Er ist auferstanden.


Impuls:

„Fürchtet euch nicht“ ist ein elementarer Teil der Osterbotschaft. Das Begegnen mit dem Engel des Herrn und dem auferstandenen Jesus war nicht gleich jubelnde Freude, dazu war die Überraschung viel zu groß. Auf so eine Wende der Ereignisse waren die Frauen überhaupt nicht eingestellt. Gerade waren ihre Herzen und ihre Gedanken noch von Trauer, Schmerz und Trostlosigkeit erfüllt und von einer Sekunde auf die andere sollten sie überglücklich die neue Situation erfassen. Das doppelte „Fürchtet euch nicht“ ist daher für die beiden Frauen so hilfreich, nötig und richtungsweisend. Die Freude über die Auferstehung ist bestimmt später in ihre Herzen eingezogen, doch zuerst brauchte es den Trost und die Ermutigung. Dieses „Fürchtet euch nicht“ gilt bis heute allen, die von der Auferstehungsbotschaft überrascht werden oder verunsichert sind. Das „Fürchtet euch nicht“ sagt der auferstandene Jesus Christus allen, denen er begegnet oder die ihm begegnen.


Für Dich:

Der auferstandene Jesus Christus spricht Dir ganz persönlich heute sein: „Fürchte dich nicht!“ zu. Vielleicht in Deine trostlose und entmutigende Lebensphase, in Deine Trauer und Deinen Schmerz. Er will Dir nicht nur begegnen, er will Dich begleiten, er will Dir helfen. Vertrau seinem „Fürchte dich nicht!“.