Station 7: Kreuz


Bibeltext: Matthäus 27,33-56 (auszugsweise)

So kamen sie zu der Stelle, die Golgatha heißt – das bedeutet: Schädelplatz. Dann kreuzigten sie ihn. Sie verteilten seine Kleider und losten sie untereinander aus. Danach setzen sie sich hin und bewachten ihn. Über seinem Kopf brachten sie ein Schild an. Darauf stand der Grund für seine Verurteilung: „Das ist Jesus, der König der Juden.“ Mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher, den einen rechts, den anderen links von ihm. Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn. Sie schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Du wolltest doch den Tempel abreißen und in nur drei Tagen wieder aufbauen. Wenn du wirklich der Sohn Gottes bist, dann rette dich selbst und steig vom Kreuz herab!“ Genauso machten sich die führenden Priester zusammen mit den Schriftgelehrten und Ratsältesten über ihn lustig. Sie sagten: „Andere hat er gerettet. Sich selbst kann er nicht retten. Dabei ist er doch der ,König von Israel‘ Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann glauben wir an ihn. Er hat auf Gott vertraut – der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat doch behauptet: ,Ich bin Gottes Sohn.‘“ Genauso verspotteten ihn die beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren. Es war die sechste Stunde (12 Uhr Mittag), da breitete sich Finsternis aus über das ganze Land. Das dauerte bis zur neunten Stunde (15 Uhr Nachmittag). Um die neunte Stunde schrie Jesus laut: „Eli, Eli, lama asabtani?“ Das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Aber Jesus schrie noch einmal laut auf und starb. In diesem Moment zerriss der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Teile. Die Erde bebte, und Felsen spalteten sich.  Ein römischer Hauptmann mit seinen Soldaten bewachte Jesus. Sie sahen das Erdbeben und alles, was geschah. Da fürchteten sie sich sehr und sagten: „Er war wirklich Gottes Sohn!“ Es waren auch viele Frauen da, die aus der Ferne alles mit ansahen. Seit Jesus in Galiläa wirkte, waren sie ihm gefolgt und hatten für ihn gesorgt. Unter ihnen waren Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.


Bemerkungen:

Es ist fast unmöglich, die Geschehnisse an diesem Freitag vor dem Passahfest in Jerusalem zu verstehen. Noch sprach niemand von einem Karfreitag. Man könnte fast meinen, es hat alles wieder seinen gewohnten Lauf genommen. Die römischen Soldaten erfüllten ihre Pflicht und nagelten die drei Verurteilten an ihre Kreuze, anschließend würfelten sie um die noch brauchbaren Kleidungsstücke. Die Schaulustigen und Spötter aus Jerusalem gesellten sich wie zufällig nach Golgatha, der Müllhalde vor den Toren Jerusalems. Die religiöse Elite fehlte ebenso wenig. Sie musste schließlich sehen, dass alles in Ordnung ging, und nebenbei konnte sie noch ihre bissige Ironie lauthals äußern. Die beiden Mitgehängten reihten sich zu allem Überfluss auch noch in die Zahl der Spötter ein. Aller Jubel und alle Freude über Jesus waren scheinbar längst vergessen. Die Stimmung war völlig umgeschlagen. Distanziert und aus weiter Ferne beobachteten noch einige Frauen das grausame Geschehen. Sie mussten mit ansehen, wie ihr Herr, Freund und Helfer im Sterben lag. Doch dann bebte plötzlich ganz Jerusalem, unbeschreibliche Szenen spielten sich in den Gassen ab. Der große, schwere Vorhang im Tempel riss von oben nach unten entzwei. Der Spott war schlagartig verstummt. Erschrecken machte sich breit und ein römischer Hauptmann musste bekennen: Er war wirklich Gottes Sohn!


Impuls:

Der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste „schützte“, war ohne Menschenhand zerrissen. Ein einmaliger Vorgang mit einer glasklaren Botschaft: Der Zugang zu Gott ist ab sofort für jeden Menschen möglich. Gott selbst hat durch das Leiden, Sterben und den Tod Jesu den „Himmel aufgerissen“. Wer an Jesus glaubt, hat freien Zutritt zu Gott, dem Vater.


Für Dich:

Der finsterste Moment des Lebens und Leidens Jesu wird zum überragenden und einzigartigen Lichtblick. Das kann er auch für Dich sein, wenn Du Dein Herz Jesus öffnest. Der Zutritt ist für Dich frei. Lass Dich ganz herzlich einladen, zu Jesus Christus zu kommen. Das kann mit einem schlichten Satz geschehen: Herr Jesus Christus, komm Du in mein Leben. Ich will zu Dir gehören.