Station 4: Gefangennahme

Garten Gethsemane und Gefangennahme


Bibeltext: Matthäus 26, 36-49 (auszugsweise)

Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Garten, der Getsemani hieß. Dort sagte er zu seinen Jüngern: „Bleibt hier sitzen. Ich gehe dort hinüber und bete.“ Er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit. Plötzlich wurde er sehr traurig, und Angst überfiel ihn. Da sagte er zu ihnen: „Ich bin verzweifelt und voller Todesangst. Wartet hier und wacht mit mir.“ Jesus selbst ging noch ein paar Schritte weiter. Dort warf er sich zu Boden und betete: „Mein Vater, wenn es möglich ist, dann erspare es mir, diesen Becher auszutrinken! Aber nicht das, was ich will, soll geschehen – sondern das, was du willst!“ Jesus kam zu den drei Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: „Könnt ihr nicht diese eine Stunde mit mir wach bleiben? Bleibt wach und betet, damit ihr die kommende Prüfung besteht! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.“ Dann ging er ein zweites Mal einige Schritte weg und betete: „Mein Vater, wenn es nicht anders möglich ist, dann trinke ich diesen Becher. Es soll geschehen, was du willst.“ Als er zurückkam, sah er, dass seine Jünger wieder eingeschlafen waren. Die Augen waren ihnen zugefallen. Jesus ließ sie schlafen. Wieder ging er weg und betete ein drittes Mal mit den gleichen Worten wie vorher. Noch während Jesus das sagte, näherte sich ihm Judas, einer der Zwölf. Mit ihm kam eine große Truppe, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war. Die führenden Priester und Ratsältesten hatten sie geschickt. Der Verräter hatte mit den Männern ein Erkennungszeichen ausgemacht: „Wem ich einen Kuss gebe, der ist es. Nehmt ihn fest!“ Judas ging sofort auf Jesus zu. Er sagte: „Sei gegrüßt, Rabbi!“, und küsste ihn.


Bemerkungen:

Der Garten Gethsemane war ein immer wieder aufgesuchter Rückzugsort von Jesus. Daher war den Jüngern dieser Ort bekannt und wohl vertraut. Sie wussten von Jesus, dass er immer wieder die Stille suchte, um zu beten. Doch in dieser Nacht lag eine besondere Anspannung in der Luft. Vielleicht wird das auch daran deutlich, dass Jesus nur die drei engsten Jünger das letzte Stück mitgenommen hat. Jesus will beten und bittet seine drei Jünger, mit ihm zu wachen und auch zu beten. Doch sie sind zu müde und werden vom Schlaf überwältigt. Jesus weckt sie auf und bittet sie noch einmal um ihre Unterstützung im Gebet. Wieder schlafen sie ein und Jesus ringt alleine im Gebet. Diese Nachtgebete Jesu sind gezeichnet von der Angst vor dem, was auf ihn zu kommt. Er weiß, dass ihn ein schreckliches Martyrium erwartet und am Ende legt er sich in die Hände seines Vaters.


Impuls:

Judas bringt zu Ende, was er angefangen hat. Er sorgt dafür, dass der Richtige verhaftet wird. Er hat seinen heimtückischen Auftrag erfüllt. Doch wie mag es wohl den drei Jüngern zumute gewesen sein? Jesus hatte sie um Hilfe gebeten, doch sie waren einfach eingeschlafen. Sie waren nicht in der Lage gewesen, wach zu bleiben und Jesus den Rücken zu stärken. Jetzt, wo alles zu spät war und Jesus gefangen abgeführt wurde, waren sie hellwach. Was mag ihnen an Gedanken und Gefühlen durch Kopf und Herz gerast sein, als der Fackelzug und die Lärmkulisse sich entfernten? Plötzlich war ihr Herr in der Dunkelheit verschwunden. Wie ein Schwerverbrecher wurde er behandelt und ihren Augen entrissen. Panik, Verzweiflung, Ratlosigkeit können die Situation vielleicht ein bisschen beschreiben. Fühlten sie sich schuldig? Machten sie sich selbst oder gegenseitig Vorwürfe?


Für Dich:

Zu müde, um zu beten. Wer kennt das nicht!? Die Augen fallen zu. Die Gedanken schweifen ständig ab und schon macht sich Resignation bereit. So brauche ich nicht zu beten, dann kann ich es gleich bleiben lassen. Dieser Bericht aus dem Garten Gethsemane lehrt uns, dass Beten ein echter Kampf sein kann. Nicht mehr zu beten, wäre ein unbeschreiblicher persönlicher Verlust. Beten ist Reden mit Gott und Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus. Jesus hört Dein Gebet.
Er freut sich auf Dein Gebet.