Station 3: Verrat des Judas

Der Verräter


Bibeltext: Matthäus 26, 14 – 16 und 21 -25

Danach ging einer der Zwölf – es war Judas Iskariot – zu den führenden Priestern. Er fragte: „Was gebt ihr mir dafür, dass ich euch Jesus ausliefere?“ Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern. Während sie aßen, sagte er zu ihnen: „Amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.“ Die Jünger waren tief betroffen. Jeder Einzelne von ihnen fragte Jesus: „Doch nicht etwa ich, Herr?“ Jesus antwortete: „Der sein Brot mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn muss sterben. So ist es in der Heiligen Schrift angekündigt. Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät. Er wäre besser nie geboren worden!“ Da sagte Judas, der ihn verraten wollte, zu Jesus: „Doch nicht etwa ich, Rabbi?“ Jesus antwortete: „Du sagst es!“


Bemerkungen:

Von Anfang an war Judas Iskariot mit Jesus unterwegs. Er war einer der sogenannten 12 Jünger. Als einer von diesen 12 engsten Freunden und Vertrauten hat er hautnah miterlebt, wie Jesus den Menschen Gutes getan hat. Judas hat die Wunder und Heilungen, die durch Jesus geschehen sind, staunend wahrgenommen. Er hat die Liebe Jesu zu allen Menschen gefühlt und die Aufrichtigkeit in seinem Reden und Handeln gesehen und gehört. Doch das alles konnte Judas am Ende nicht daran hindern, Jesus für Geld an die Mächtigen und Einflussreichen in Israel zu verkaufen. Jesus wusste von Anfang an, dass es zum Verrat kommen wird und wer diesen Verrat vornehmen würde. Trotzdem hat er Judas wie alle anderen Jünger behandelt. Jesus hat ihm vertraut und ihm die gemeinsame Kasse anvertraut. Jesus hat ihn geliebt. Schließlich kommt es beim (ersten) Abendmahl zum Offenbarungseid. Judas wird von Jesus selbst als der Verräter entlarvt.


Impuls:

Was Judas schließlich zum Verräter werden lässt, erschließt sich uns nicht. Sicher spielte das Geld eine große Rolle, doch ebenso könnten Neid, Verachtung oder Ablehnung Ursachen dafür gewesen sein. In seinem hinterhältigen Verrat wird das Böse im Herzen offenbar und es bleibt das Erschrecken über solch eine Verhaltensweise. Im Nachdenken über den Verrat des Judas können aber schnell auch Ähnlichkeiten aus der eigenen Lebenswelt auftauchen. Nein, Verrat ist nicht begrenzt auf die „Petze in der Schule“. Das ist zu oberflächlich. Wie oft fühlen sich Menschen von anderen Menschen verraten!? Dieser oft „unerwartete“ Verrat im Kreis der Familie, der Freunde und Kollegen. Plötzlich steht eine Behauptung, ein Gerücht im Raum, ob wahr oder unwahr, wer kann es prüfen? Die Gründe sind ähnlich wie bei Judas: Geld, Macht, Neid, Ablehnung, … Auf einmal sind menschliche Beziehungen zerstört und Leid, Schmerz, Tränen, Bitterkeit und Unversöhnlichkeit bestimmen das Leben. Wer davon betroffen ist, weiß, worum es geht.


Für Dich:

Das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu hatten auch das Ziel, dass Vergebung und daraus Versöhnung geschehen kann. Das gilt für die Verratenen und auch für die Verräter!
Jesus hat durch sein stellvertretendes „Bezahlen“ den Raum geschaffen, dass es einen Neuanfang geben kann. In einem neueren christlichen Lied (Anker in der Zeit) lautet eine Zeile: „Es gibt Vergebung für die schlimmsten Sünden.“ Verrat ist eine brutale und unmenschliche Sünde, doch Jesus Christus vergibt auch Verrat. Eine Chance zur Umkehr und Neuanfang – für den Verrat und den Verräter. Vielleicht leidest Du unter so einer Situation. Jesus will Dir vergeben.
Jesus kann Dir vergeben. Du darfst ihm Deine Schuld bekennen!