Station 2: Abendmahl

Aus Passamahl wird Abendmahl

Bibeltext: Matthäus 26, 17- 29 (auszugsweise)

Es war der erste Tag vom Fest der ungesäuerten Brote. Da kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Passamahl für dich vorbereiten?“ Jesus antwortete: „Geht in die Stadt zu einem Mann, den ich euch nenne. Richtet ihm aus: Der Lehrer lässt dir sagen: Die Zeit, die Gott für mich bestimmt hat, ist da. Ich will bei dir das Passamahl feiern – zusammen mit meinen Jüngern.“ Die Jünger machten alles so, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte. Und sie bereiteten das Passamahl vor.
Als es Abend geworden war, ließ sich Jesus mit den zwölf Jüngern zum Essen nieder. Während sie aßen, sagte er zu ihnen: „Amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.“ Die Jünger waren tief betroffen. Jeder Einzelne von ihnen fragte Jesus: „Doch nicht etwa ich, Herr?“ Jesus antwortete: „Der sein Brot mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten. Beim Essen nahm Jesus ein Brot. Er lobte Gott und dankte ihm dafür. Dann brach er das Brot in Stücke und gab es seinen Jüngern. Er sagte: „Nehmt und esst! Das ist mein Leib.“ Dann nahm er den Becher. Er dankte Gott, gab ihn seinen Jüngern und sagte: „Trinkt alle daraus! Das ist mein Blut. Es steht für den Bund, den Gott mit den Menschen schließt. Mein Blut wird für die vielen vergossen werden zur Vergebung ihrer Sünden. Das sage ich euch: Ich werde von jetzt ab keinen Wein mehr trinken – bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinken werde. Das wird geschehen, wenn mein Vater sein Reich vollendet hat.“


Bemerkungen:

Eines der wichtigsten Feste in Israel – das Passafest. Jedes Jahr neu soll sich das Volk Israel an diesen Festtagen an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei erinnern. Das Blut der geschlachteten Lämmer an den Holzpfosten der Häuser bewahrte die Israeliten vor der 10. Plage. Das ungesäuerte Brot war das Zeichen des hastigen und eiligen Aufbruchs für den Neuanfang. Dieses Passafest stand bevor. Die Jünger wollten die Vorbereitung treffen, damit sie es gemeinsam mit Jesus feiern konnten. Doch Jesus hatte alles längst „eingefädelt“. Sie konnten feiern. Doch es war kein Passamahl wie sie es gewohnt waren. Spätestens mit der Ankündigung des Verrates war es um Feierlaune geschehen. Verunsicherung und eine verstörte Unruhe machten sich unter den Jüngern breit. Noch war ihnen die Tragweite des Verrates überhaupt nicht klar. Doch Jesus will an diesem Abend nur eines, dass sie die neue Bedeutung von Wein und Brot hören und verstehen. Der Wein als Sinnbild für sein Blut, das er am Kreuz für die Schuld der Menschheit vergießen wird und das Brot als Sinnbild für seinen Körper, mit der er das Sühnopfer bringt und der Zorn Gottes ihn trifft und nicht mehr, die Menschen, die an ihn glauben. Aus dem Passafest der Israeliten wird für die Christen das Abendmahl.


Impuls:

Auch wenn die Jünger die Bedeutung von Brot und Wein an diesem Abend noch nicht fassen konnten, so waren doch die Weichen für die künftige Feier des Abendmahls gestellt. Für die Christen der zurückliegenden 2.000 Jahre ist das Abendmahl eine unverzichtbare Bestätigung und Zusage der Vergebung und Reinigung durch Jesu Leiden und Sterben. Brot und Wein beim Abendmahl nur als ein Erinnerungsritual zu bezeichnen, wäre leichtfertig und unüberlegt. Leider kann es leicht passieren, dass das Abendmahl als unnötige Tradition empfunden wird und das Geschenk, der Reichtum und der Segen, die im Abendmahl liegen, verlorengehen. Brot und Wein sind sichtbare Zeichen, in denen zu schmecken und zu fühlen ist, dass der Sohn Gottes mit seinem Opfertod am Kreuz die Schuld jedes einzelnen Menschen und die Schuld der ganzen Menschheit bezahlt hat. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass das Abendmahl immer wieder gefeiert wird. Denn im täglichen Leben werden Christen vom Versagen, also der Sünde, eingeholt und durch Wein und Brot dürfen sie die Reinigung und Vergebung im wahrsten Sinne des Wortes „schmecken“.